© Dr. Stefan Groß

Kurzvita Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof

Paul Kirchhof studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg und München. Nach der Promotion in München und der Habilitation in Heidelberg war er von 1975 bis 1981 ordentlicher Professor für Öffentliches Recht und Direktor des Instituts für Steuerrecht der Universität Münster, von 1976 bis 1978 dort auch Prorektor und Stellvertreter des Rektors. Seit 1981 lehrt er als ordentlicher Professor für öffentliches Recht an der Universität Heidelberg, war dort von 1981 bis 2013 Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht, 1984 und 1985 auch Dekan der Juristischen Fakultät.
1987 wurde er zum Richter des Bundesverfassungs-gerichts berufen und wirkte dort bis 1999 als Mitglied des Zweiten Senats. Von 2000 bis 2011 leitete er die Forschungsstelle Bundessteuergesetzbuch der Universität Heidelberg. Er war von 1999-2006 Vorsitzender der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, von 2004-2008 Präsident des Deutschen Juristentages und von 2013-2015 Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Seit 2013 ist er Seniorprofessor distinctus für Staats- und Steuerrecht der Universität Heidelberg.
Quelle: www.paul-kirchhof.de

© Universität Regensburg 

Freiheit in Verantwortung, Gleichheit im und durch Recht, sowie die Zukunftsfähigkeit des Staates – davon ist Paul Kirchhof überzeugt und das sind die Themen, die er im Grundsätzlichen, als auch in der besonderen Materie seiner Spezialgebiete, vor allem des Steuerrechts, behandelt. Mit großer Beharrlichkeit, mit Leidenschaft und Augenmaß, aber auch mit ebenso klarer wie anschaulicher Sprache setzt er sich ein für verlässliches und verständliches Recht als Voraussetzung für eine gerechte Ordnung menschlichen Zusammenlebens. Paul Kirchhof ist zutiefst überzeugt vom Wert des freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaats, den er als kulturelle Errungenschaft gegen Verfall bewahren will und für dessen Voraussetzungen in jedem und jeder Einzelnen und in der Gesellschaft er wirbt. Wer mit Paul Kirchhof zusammenarbeitet – KollegInnen, SchülerInnen und Studierende, wie auch Mitarbeitende und Weggefährten schätzen an ihm, dass er die Freiheit lässt, eigene Ideen zu haben und auch den nötigen Raum, sie zu verwirklichen, dass er aber gleichzeitig auch seine Verantwortung wahrnimmt, durch intensive Beratung, persönliche Zugewandtheit, sowie Wertschätzung. – Vor allem dieses persönliche Zugewandtsein, das immer als großer und sympathischer Charakterzug von Paul Kirchhof genannt wird, macht unseren heutigen Festredner neben seiner Fähigkeit zu bilder- und beispielreicher Sprache, neben seinem reichen Erfahrungsschatz, neben der Aura eines ehemaligen Bundesverfassungsrichters und der persönlichen aus Kompetenz und Auftreten gespeisten Autorität zu einem außerordentlich beliebten Weggefährten, Lehrer, Partner und Menschen, der sich – wo auch immer – eines hochkonzentrierten Auditoriums sicher sein kann. Und mindestens genauso faszinierend an Paul Kirchhof ist, dass er trotz all seiner Vielseitigkeit, seiner ungebrochenen Schaffenskraft auch noch in seinem 80. Lebensjahr und seinem fast erschreckend großen Engagement einerseits stets vollkommen unangestrengt und entspannt wirkt und andererseits unwahrscheinlich bescheiden und sympathisch auftritt.

Programm der öffentlichen Vorlesungen 2022

  • Kann es einen freiheitlichen Staat ohne Religion geben?
    Was ist Freiheit?
    Mo, 20. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr | H4
  • Die Qualifikation zur Freiheit
    Di, 21. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr | H4
  • Die Religionsfreiheit als Recht
    zur Erhaltung des Glaubens
    und zur Erneuerung der Kirche
    Do, 23. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr| H4
  • Festvortrag
    „Keine Verfassung garantiert sich selbst“
    Zur Bedeutung der Religionsfreiheit
    für das Gelingen eines freiheitlichen Staates
    Mi, 22. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr | H4
  • Interner Studientag
    Im großen Sitzungssaal des PT-Gebäudes
    Fr, 24. Juni 2022 | 9 s.t.—13 Uhr | PT 3.0.79

Programm und Vita als Download: 

Prof. Dr. Christoph Dohmen,
© Dr. Michael Hofmann

Programm der öffentlichen Vorlesungen 2022

  • Kann es einen freiheitlichen Staat ohne Religion geben?
    Was ist Freiheit?
    Mo, 20. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr | H4
  • Die Qualifikation zur Freiheit
    Di, 21. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr | H4
  • Die Religionsfreiheit als Recht
    zur Erhaltung des Glaubens
    und zur Erneuerung der Kirche
    Do, 23. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr| H4
  • Festvortrag
    „Keine Verfassung garantiert sich selbst“
    Zur Bedeutung der Religionsfreiheit
    für das Gelingen eines freiheitlichen Staates
    Mi, 22. Juni 2022 | 18 s.t—20 Uhr | H4
  • Interner Studientag
    Im großen Sitzungssaal des PT-Gebäudes
    Fr, 24. Juni 2022 | 9 s.t.—13 Uhr | PT 3.0.79

© Dr. Stefan Groß

Gastprofessur im Wintersemester 2022:
Programm Festakt

Musikalische Eröffnung: Henry Purcell: Zwei Rondeaus aus Abdelazar und The Fairy Queen

Begrüßung: Dekan Prof. Dr. Harald Buchinger

Grußworte

    • Präsident Prof. Dr. Udo Hebel, Universität Regensburg
    • Direktor Dr. Christian Schaller, Institut Papst Benedikt XVI.
    • Ratsvorsitzender Prof. Dr. Achim Buckenmaier, Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.-Stiftung

10 Jahre Gastprofessur: Ein Rückblick von Prof. Dr. Christoph Dohmen

Musikalische AtempauseW. A. Mozart: Allegro di molto aus dem Divertimento B-Dur KV 137

Festvortrag von Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof

„Keine Verfassung garantiert sich selbst.“ Zur Bedeutung der Religionsfreiheit für das Gelingen
eines freiheitlichen Staates

Musikalischer Ausklang: Leonard Bernstein: „Maria“ aus der West Side Story

Mälzel-Quartett, © Universität Regensburg

© Dr. Stefan Groß
Referenten von rechts nach links:
– Präsident Prof. Dr. Udo Hebel, Universität Regensburg
– Ratsvorsitzender Prof. Dr. Achim Buckenmaier, Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.-Stiftung
– Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof
– Stv. Direktor Dr. Christian Schaller, Institut Papst Benedikt XVI.
– Dekan Prof. Dr. Harald Buchinger

© Universität Regensburg

Gliederung des Vortrages von Prof. Dr. Paul Kirchhof

„Keine Verfassung garantiert sich selbst.“
Zur Bedeutung der Religionsfreiheit für das Gelingen eines freiheitlichen Staates

I. Staatliche Macht

II. Freiheit und Freiheitsrecht

III. Der Mensch lebt in Gewissheiten und im Ungewissen

      1. Vielfältige Quellen von Wissen und Gewissen
      2. Das bestimmte und das unbestimmte Wort
      3. Religion und Wissenschaft in Menschenhand
      4. Das Schicksalhafte des menschlichen Daseins

IV. Der säkulare und neutrale Staat

    1.   1. Vielfalt und Wandel des Begriffs der Säkularisierung
    2.   2. Keine staatlich vertretene Weltanschauung des Säkularismus
    3.   3. Grundgesetzliche Struktur eines religiös neutralen Verfassungsstaates
    4.       a) Überwindung eines Staates ohne Gott
      b) Das Angebot der Religionsfreiheit
      c) Schutz der Sonn- und Feiertage
    5.       d) Der Status der öffentlich-rechtlichen Körperschaft
    6.       e) Der Staat überlässt Grundsatzfragen seinen Bürgern
      f) Neutralität als Abwägungsprinzip

Gastprofessur 2022: Prof. Dr. Dres.h.c. Paul Kirchhof

Im Rahmen der öffentlichen Vorlesungen, die im Rahmen der Gastprofessur der Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.-Stiftung dieses Jahr zum letzten Mal organisiert werden, hat der Festvortrag „‚Keine Verfassung garantiert sich selbst.‘ Zur Bedeutung der Religionsfreiheit für das Gelingen eines freiheitlichen Staates“ stattgefunden. Der Vortragende, Prof. Dr. Dres. H.c. Paul Kirchhof, hielt bereits seit Montag, den 7. November, Vorlesungen unter dem Titel „Kann es einen freiheitlichen Staat ohne Religion geben?“ an der Universität Regensburg. Am Montag und Dienstag hatten die zahlreichen HörerInnen aus den Fakultäten für Katholische Theologie und Rechtwissenschaft sowie die externen Gäste die Möglichkeit, Herrn Prof. Kirchhof ihre Fragen sowohl zu den in den Vorlesungen angesprochenen Themen als auch zu den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskursen zu stellen. Somit wurden Themen wie die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals und der Wiederaufbau des Vertrauens in die Kirche als Institution, aber auch die Problematik der gewählten Mittel der Proteste durch die KlimaaktivistInnen angesprochen und diskutiert, die am Mittwoch auch im zentralen Hörsaalgebäude der Universität stattfanden.
Der Festakt am Mittwoch wurde vom Dekan der Fakultät für Katholische Theologie, Prof. Dr. Harald Buchinger, nach einem musikalischen Auftakt mit einer Begrüßung aller Anwesenden eröffnet. Dem Grußwort des Dekans folgten eine Ansprache des Präsidenten der Universität Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel, der die aktive interdisziplinäre Arbeit der theologischen Fakultät betonte; daraufhin folgten einige Worte des stellvertretenden Direktors des Papst-Benedikt-Instituts Dr. Christian Schaller sowie des Vorsitzenden des Stiftungsrates der Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.-Stiftung, Prof. Dr. Achim Buckenmaier, die die Ziele und Aufgaben dieser seit 2010 bestehenden Professur darlegten, und vor allem auf ihren dialoghaften Charakter und die Thematik verwiesen, die auf die  Theologie Joseph Ratzingers eingestimmt ist. Prof. Dr. Christoph Dohmen rekapitulierte daraufhin kurz die Geschichte der Gastprofessur, wobei er auch an die mediale Resonanz auf die Entstehung der Professur erinnerte und die zuvor eingeladenen GastprofessorInnen und ihre jeweiligen Vorlesungen präsentierte. Anschließend stellte Prof.in Dr. Sabine Demel dem Publikum Prof. Dr. Paul Kirchhof vor und betonte insbesondere seine Exzellenz im Bereich der Rechtswissenschaften. Darauf folgte schließlich die Vorlesung von Prof. Kirchhof selbst, in der er Themen wie staatliche Macht, Freiheit und Freiheitsrecht ebenso erörterte wie den Menschen, der in Gewissheiten und im Ungewissen lebt. Als roter Faden ging der Gedanke durch die Vorlesung, dass die Freiheit als solche nicht garantiert werden kann, die Verfassung aber die Freiheitsrechte gewährleistet, mithilfe derer sich jede freie Bürgerin und jeder freie Bürger entfalten kann. In diesem Zusammenhang betonte Prof. Kirchhof die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Religionsunterrichts, den er als die Möglichkeit versteht, in einem adäquaten Raum in Berührung mit Religion zu kommen und sich danach für oder gegen das religiöse Leben und Sozialisierung zu entscheiden. In der Garantie des Religionsunterrichts durch das Grundgesetz sieht Prof. Kirchhof die einmalige Chance, in „die Religionsmündigkeit“ zu kommen. Mit zahlreichen Beispielen aus seiner langjährigen Berufserfahrung hat Prof. Kirchhof auf die Unentbehrlichkeit der Freiheitsrechte und deren Realisierung in der Medizin, Jurisprudenz, Gestaltung des öffentlichen Lebens verwiesen.
Die Vorlesungsreihe wurde am Donnerstag mit dem Thema „Die Religionsfreiheit als Recht zur Erhaltung des Glaubens und zur Erneuerung der Kirche“ fortgesetzt. Am Freitag fand abschließend ein interner Studientag statt, bei dem das in den Vorlesungen Gehörte noch einmal intensiv mit Prof. Kirchhof diskutiert wurde.
Der Festakt wurde durch das Mälzel-Quartett musikalisch begleitet, das den Abend durch Stücke von Henry Purcell, Wolfgang Amadeus Mozart und Leonard Bernstein gerahmt hat. Und auch für das leibliche Wohl war nach dem Festvortrag dank dem Papst-Benedikt-Institut und der Organisation der Sekretärinnen bestens gesorgt: Bei Sekt und Häppchen und guten Gesprächen konnte der Abend ausklingen. Die Fakultät dankt allen an der Organisation Beteiligten ganz herzlich.

©  Universität Regensburg

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