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RÜCKBLICK

20.−23.September 2010, St.Virgil, Salzburg. Vierzig Studierende aller Disziplinen und junge Wissenschaftler aus ganz Europa trafen sich zur ersten Benediktakademie. Sie diskutieren im Rahmen dieses Seminars die Frage nach der europäischen Identität im Lichte des Werkes von Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.
Es ging ihnen dabei um eine kritische und kreative Auseinandersetzung mit der Frage nach der "Seele Europas".

Zenit: Erste Benediktakademie ging mit großem Erfolg zu Ende

TABULARASA: Furioser Start der ersten
Benediktakademie in Salzburg

IFZ-Salzburg: Clemens Sedmak zum Thema

Die Tagespost: Europäer, macht es wie die Amerikaner

Clemens Sedmak, Stephan Otto Horn (Hg.)Die Seele Europas Papst Benedikt XVI. und die europäische Identität Erscheinungsjahr: 2011,
Verlag Friedrich Pustet
ISBN 978-3-7917-2379-2
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Erste Benediktakademie

"Religion ist der Sauerteig Europas" , Benediktakademie sucht in St. Virgil nach der Seele Europas

SALZBURG (eds/wk – 22. 9. 2010) / "Werte fallen nicht vom Himmel, wieweit hat Europa überhaupt eine Seele?" So leitete Prof. Clemens Sedmak gestern den Gesprächsabend zum Thema "Die Seele Europas, oder: Europa, wohin gehst du?" in St. Virgil ein. Vor mehr als 100 interessierten ZuhörerInnen, darunter zahlreiche junge WissenschafterInnen aus ganz Europa und Musiker Hubert von Goisern, wies der Publizist Prof. Heinz Nußbaumer darauf hin, dass Religion der Sauerteig auf dem Kontinent sei.
Zum ersten Mal findet diese Woche die "Benediktakademie" in St. Virgil statt. Prälat Hans-Walter Vavrovsky, Rektor von St. Virgil und Mitglied im Schülerkreis Papst Benedikts, war gemeinsam mit Clemens Sedmak der Initiator. In einem mehrtägigen Seminar beschäftigen sich 40 junge WissenschafterInnen mit der Frage nach der Identität Europas.
Dass unklar sei, wo heute Europa endet, betonte Heinz Nußbaumer. "Im 18. Jahrhundert wurde der Ural als Grenze festgesetzt, das ist bis heute willkürlich", sagte er. Denn es gehe nicht um Grenzen, es könnte sein, "dass uns Amerika näher ist als manches Land in der Europäischen Union". Es gebe kein europäisches Volk, vielmehr bilde Europa eine Gemeinschaft der gewollten Vielfalt. Der Herausgeber der "Furche" hoffe, dass Europa auch in Zukunft dem Normierungsprozess widersteht.
"Die Religion ist nicht tot in Europa, sie ist der Sauerteig", betonte Nußbaumer. Es gebe viel zu tun, um Brücken zum Islam und zu den Nichtglaubenden zu schlagen. Bereits der verstorbene Kardinal König habe die Bedeutung des Miteinanders und des Dialogs der Religionen und Konfessionen, aber auch mit den Nichtglaubenden erkannt. "Es wird in Europa immer mehr auf das Vorbild des einzelnen ankommen", prophezeite er abschließend.
Österreichs Botschafter in London, Dr. Emil Brix, meinte, dass Europa immer unterschiedliche Kulturen ausgehalten habe. "Es wird keine Uniformierung gewünscht, sondern es geht mit Europa um ein Projekt, das von der inneren Differenzierung lebt", stellte Brix fest. Solidarität sei gefragt, und hier könne Österreich ein Vorbild sein, weil der Umgang mit Gegensätzen Tradition habe. Europa müsse ein kulturelles Projekt sein, sonst habe es keine Zukunft. "Papst Benedikt hat bei seinem Besuch in Großbritannien darauf hingewiesen, dass die Kirchen eine solidarische Kraft haben", berichtete der Botschafter. Gefragt sei heute Zivilcourage, "und die Menschen haben Sehnsucht nach Spiritualität, da könnten sich die Kirchen einbringen".
Diakon Dr. Michael Kuhn, der in der Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen arbeitet, bezog sich auf Aussagen des früheren Präsidenten der EU-Kommission, Jacques Delors, der nach der Seele für Europa gesucht hatte. Allerdings habe diese Suche nur in intellektuellen und spirituellen Debatten und Foren stattgefunden. "Der Kirche gelang es bisher kaum, ihre Botschaft deutlich zu machen", sagte Kuhn. Dabei würde zum Beispiel die franziskanische Spiritualität sehr wohl auch von der Politik verstanden.

Foto: Michael Hofmann

 

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