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Die Säkularisierung verstehen

BUCHEMPFEHLUNG

Maximilian Heim,
Justinus C. Pech (Hrsg.)
Zur Mitte der Theologie im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.Band 6 der Reihe Ratzinger-Studien
ISBN 978-3-791-72545-1
Auch als E-Book erhältlich.

Die Aufsätze von RaSt 6 wurden auf der Tagung „Die Mitte der Theologie im Werk von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“ gehalten, die am 16. und 17. November 2012 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz stattgefunden hat. Den in unterschiedlichen Ländern und Kontinenten wirkenden Referenten ist die Haltung gemeinsam, sich auf die Suche nach dieser Mitte im Werk des „Mozart der Theologie“ zu machen. 

Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Herausgeber
Einführung von J. C. Pech

V.l.n.r

V.l.n.r.: Kardinal Christoph Schönborn, Professor Rémi Brague und Kardinal Kurt Koch
Foto: © Michael Hofmann

Der Neue Schülerkreis 2013 in Castel Gandolfo

Das diesjährige Schülerkreistreffen vom 30. August bis zum 03. September 2013 in Castelgandolfo bedeutete zweifellos eine tiefe Zäsur: zum einen war es das erste Zusammentreffen des "alten" sowie des "neuen" Schülerkreises seit dem Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013; und zum anderen war es das erste Schülerkreistreffen ohne Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. selbst. Sein Wunsch, erstmals seit 34 Jahren nicht an den Beratungen, die seit 2005 in Castel Gandolfo stattfinden, teilzunehmen, entsprach ganz seiner bei seinem Amtsverzicht erklärten Intention, im Gebet für Kirche und Welt verweilen können und vor der Welt verborgen zu bleiben.

Das Thema, welches Papst Benedikt XVI. mit seinen früheren Studenten, Doktoranden und Habilitanden noch im vergangenen Jahr für die diesjährige Tagung gewählt hatte, war die "Gottesfrage im Horizont der Säkularisierung". Als hochkarätigen Referenten konnte hierfür der französische Philosoph und Historiker Professor Rémi Brague, der seit 1991 Professor für Philosophie des Mittelalters an der Sorbonne in Paris und zugleich seit 2002 Inhaber des "Guardini-Lehrstuhls" für Philosophie der Religionen Europas an der LMU München ist, gewonnen werden. Der seit langem mit Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. befreundete Brague wurde erst 2012 mit dem "Premio Ratzinger" für Theologie ausgezeichnet.

Neben der großen Vorfreude auf die Behandlung des diesjährigen Themas durch Professor Brague freute es den Neuen Schülerkreis ebenfalls sehr, dass an der Tagung erneut auch Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, teilnahm, welchen Papst Benedikt noch im September vergangenen Jahres den jungen Theologen als Mentor an die Seite gestellt hatte. Die zugesagte Teilnahme des Wiener Erzbischofs Christoph Kardinal Schönborn wurde ebenfalls sehr begrüßt.

Der Freitagabend wurde – wie üblich – für einen ersten Austausch und Organisatorisches genutzt. So wurde bereits über das angedachte nächste Jahrestreffen 2014 sowie mögliche Publikationen und Aktivitäten nachgedacht und gesprochen. Der Samstag stand wiederum ganz im Zeichen des wissenschaftlichen Austausches. Und hier gab es eine Premiere: Erstmals tagten Schülerkreis und Neuer Schülerkreis gemeinsam und durften den Ausführungen von Rémi Brague zum Thema "Säkularisierung" folgen. Mit großer Klarheit und auch spürbarer Lust zur geistreichen Provokation formulierte Professor Brague im ersten von zwei Referaten "10 Schritte zur Säkularisierung", wobei er Begriffe und Termini wie "Entzauberung der Welt", "Trennung des Weltlichen und des Religiösen", "Neuzeit", "Emanzipation", "Aufklärung", "Modernisierung", "Säkularisation", "Säkularität", "Säkularismus" sowie "Säkularisierung" scharfsinnig voneinander unterschied. Im zweiten Referat formulierte er die provokante These, dass säkulares Denken zur Kultur- und Selbstzerstörung führen müsse. Wie man sich denken kann, wurde hierüber lebhaft debattiert.

Am Sonntag schließlich geschah ein weiteres Novum in der Geschichte der Schülerkreistreffen: Beide Schülerkreise verließen Castel Gandolfo und fuhren zusammen nach Rom – genauer gesagt in den Vatikan. Denn Benedikt XVI. lud zur gemeinsamen Feiern der sonntäglichen Heiligen Messe ein. Bei der Eucharistiefeier in der Kapelle des vatikanischen Governatorats konzelebrierten unter anderem Kardinal Schönborn, Kardinal Koch, Bischof Adoukonou, der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und Benedikts langjähriger Privatsekretär, Kurienerzbischof Georg Gänswein. Im Anschluss an die Heilige Messe, in welcher der emeritierte Papst eine tiefsinnige Predigt über die Mahnungen Jesu zu Demut und Bescheidenheit im Lukasevangelium hielt, begrüßte Benedikt XVI. jeden einzelnen Teilnehmer des Schülerkreistreffens persönlich und in entspannter Atmosphäre. Nach dem Abschied von Papst em. Benedikt und der Rückkehr aus Rom setzte der Neue Schülerkreis sich in großer Runde gemeinsam mit dem Schülerkreis und Professor Brague in Castel Gandolfo zu einem konstruktiven und bisweilen sehr persönlichen Gespräch über eigene Erfahrungen mit der Säkularisierung zusammen.

Wie immer wurden die guten Gespräche und freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Schülerkreisen durch die gemeinsamen Mahlzeiten im Centro Mariapoli während des gesamten Wochenendes abgerundet. Der Neue Schülerkreis hat dieses Treffen in lebendiger und dankbarer Erinnerung und freut sich bereits – so Gott will - auf ein Wiedersehen in 2014.

 

 

 

Bericht: Stefan Ahrens

 

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